Liquiditätsplanung über 13 Wochen: eine Anleitung
Die meisten Liquiditätsengpässe kommen nicht überraschend. Sie kündigen sich Wochen vorher an, nur schaut niemand hin. Eine rollierende Planung über 13 Wochen ist das einfachste Mittel dagegen und kommt mit einer Tabellenkalkulation aus.
Warum 13 Wochen
Der Zeitraum entspricht einem Quartal und ist lang genug, um Handlungsspielraum zu lassen. Wer sieht, dass in Woche neun das Konto ins Minus läuft, hat zwei Monate Zeit für Gegenmaßnahmen: Rechnungen früher stellen, mit der Bank sprechen, eine Investition verschieben. Bei einer Vorschau über vier Wochen bleibt für all das keine Zeit mehr.
Gleichzeitig ist der Zeitraum kurz genug, dass die Zahlen belastbar sind. Was in acht Monaten passiert, weiß niemand genau.
Der Aufbau
Sie brauchen eine Tabelle mit 13 Spalten, eine je Kalenderwoche. Die Zeilen gliedern sich in drei Blöcke.
Anfangsbestand. Der tatsächliche Kontostand zu Wochenbeginn, inklusive genutztem Kontokorrentrahmen. Nicht der Wert aus der Buchhaltung, sondern der reale Stand.
Einzahlungen. Erwartete Zahlungseingänge, aufgeteilt nach Herkunft: Zahlungen aus offenen Rechnungen, Zahlungen aus Aufträgen, die noch abgerechnet werden, sonstige Eingänge wie Steuererstattungen. Wichtig ist das erwartete Zahlungsdatum, nicht das Rechnungsdatum. Wenn ein Kunde erfahrungsgemäß nach 40 Tagen zahlt, planen Sie 40 Tage.
Auszahlungen. Löhne und Gehälter mit ihren festen Terminen, Sozialversicherung, Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Miete, Leasing, Tilgung, Material, Versicherungen. Die meisten dieser Posten sind bekannt und wiederkehrend, was die Planung erheblich vereinfacht.
Am Ende jeder Spalte steht der Endbestand, der zugleich der Anfangsbestand der Folgewoche ist.
Rollierend heißt: jede Woche fortschreiben
Einmal aufgestellt und dann liegengelassen bringt eine solche Planung nichts. Der Nutzen entsteht durch die wöchentliche Aktualisierung: Die abgelaufene Woche wird durch die tatsächlichen Zahlen ersetzt, hinten kommt eine neue Woche dazu. Das dauert nach etwas Übung eine Viertelstunde.
Der Vergleich zwischen Plan und Ist ist dabei genauso wichtig wie die Vorschau. Wer merkt, dass die Zahlungseingänge regelmäßig eine Woche später kommen als geplant, kennt seine Kunden danach besser und plant genauer.
Typische Fehler
- Zu optimistisch bei Eingängen. Planen Sie mit dem Zahlungsverhalten, das Ihre Kunden tatsächlich zeigen, nicht mit dem vereinbarten Zahlungsziel.
- Umsatzsteuer vergessen. Sie ist ein durchlaufender Posten, verlässt das Konto aber zu festen Terminen und reißt bei knapper Lage Löcher.
- Nur Summen statt Termine. Ob eine Zahlung am 3. oder am 28. fällig wird, entscheidet über den Engpass. Monatssummen verdecken genau das.
- Keine Reserve. Planen Sie einen Puffer ein. Eine defekte Maschine oder ein ausgefallener Kunde gehören zum Geschäft.
Entwurfsfassung. Dieser Text wird noch um Beispiele aus unserer Beratungspraxis ergänzt.
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